Alabama

Montgomery: State Capitol

Es ist regnerisch in Montgomery. Wir stehen unter dem Eingangsportal des State Capitols und blicken die Dexter Avenue herunter. Die Angestellten der Regierungsgebäude parken beidseitig der Straße. Auf der linken Seite sehen wir die kleine, rote Babtistenkirche, in der Martin Luther King von 1954 bis 1960 als Pastor tätig war und u.a. den von Rosa Parks ausgelösten Montgomery Busboykott organisierte. Heute gehört die King Memorial Baptist Church zum Welterbe der UNESCO.
Doch wir verabschieden uns vom Schmuddelwetter und besichtigen das Parlamentsgebäude.

Mit dem Charme eines musealen Bürogebäudes ist es im Capitol eher gemütlich. Wir können uns frei bewegen, besichtigen das Repräsentantenhaus mit 105 und den Senat mit 35 Sitzen – überwiegend republikanisch besetzt.1861 war Montgomery die erste Hauptstadt der Konföderierten Staaten von Amerika und dieses Kapitol deren Regierungssitz – unter dem ersten und einzigen Präsidenten Jefferson Davis. Er wurde am Eingangsportal des Alabama State Capitols vereidigt.

Nach verlorenem Sezessionskrieg übernahm der Staat Alabama das Kreuz aus der Kriegsflagge der Südstaaten. So erinnert noch heute die Staatsflagge an diejenige der Konföderierten (unten). 

Das Zentrum des Kapitols wird von der Kuppel überspannt. In der Rotunde zeigen acht Gemälde von Roderick MacKenzie die Geschichte des Staates. Die Amtseinführung von Jefferson Davis, die Arbeit der Sklaven, die Verhandlungen der Spanier mit den Ureinwohnern und die Debatte über die Verfassung. Es zeigt die ersten europäischen Siedler:innen, den Bau von Schiffen am Alabama River und den Ausritt nach erreichtem Wohlstand. Eine Darstellung der Geschichte aus Sicht der weißen Einwanderer.

Die in einem Flur hängende Abbildung einer Briefmarke aus Alabama zeigt neben dem Kapitol das Kriegsschiff USS Alabama. Dies war von 1942 bis 1947 im Einsatz – im Nordatlantik, der Nordsee und dem Pazifik. Mit solchen Grüßen aus Alabama verlassen wir das Parlamentsgebäude an der Union Street. Das Wetter ist nicht wirklich besser geworden.