Madrid: Besuch der spanischen Hauptstadt

März 2022

Im Zentrum präsentiert sich Madrid äußerst chic. Die Häuserfassaden an den Prachtstraßen rund um die Gran Via finden ihren krönenden Abschluss in den Eckhäusern. Mit kleinen Türmen und Skulpturen plustern sie sich auf und wollen die Schönste von allen sein.

Um die Innenstadt kreisen sehr angenehme Viertel und wir haben oft den Eindruck, in New York gelandet zu sein. Die Straßen sind voller kleiner Einzelhandelsläden, Cafés und Restaurants. Hier macht es Spaß, zu bummeln. Im Viertel Chueca bildet sich eine Schlange vor einem angesagten Restaurant. Eine Gegend für Hipster. Der Travalger Platz erinnert uns an den Kollwitzplatz in Berlin. Hier wohnen eher die alteingesessenen Madrilenen. Auf Zugezogene treffen wir im Viertel Lavapiés. Insgesamt, heißt es, ist die Stadt sehr offen für neue Bewohner*innen. 

Ihre Freizeit verbringen die Madrilenen beim Bootfahren im Parque de El Retiro, beim Flamenco auf dem Plaza des Sol oder beim Schlendern durch die Gassen. Viele Straßen sind Fußgängerzonen bzw. verkehrsberuhigt. Und es ist sehr auffällig, wie viele auf den Straßen unterwegs sind. Obwohl es noch nicht besonders warm ist und noch keine Touristensaison, sind die Straßen voller Menschen und die Cafés und Restaurants auch in den Außenbereichen voll besetzt. 

Weiter außerhalb wird es moderner. Gläserne Bürotürme mit Firmensitzen, einem Hotel und einem Teil der Universität. Wir können bei einem Turm bis ins oberste Stockwerk fahren und haben einen Blick auf die umgebenden Neubauviertel. Madrid hat ein sehr großes U-Bahn-Netz. Die Stadt hatte Flächen aufgekauft, dann beschlossen, dorthin eine U-Bahn-Strecke zu verlegen und die Flächen damit gewinnbringend wieder verkaufen können. Aus dem Gewinn wurde dann der U-Bahn Bau finanziert. So gibt es viele moderne Wohnviertel für die 6,5 Millionen Einwohner*innen des Großraumes.

In Europa und auf der ganzen Welt gibt es in diesen Tagen Solidaritätsveranstaltungen für die Ukraine, hier auf dem Plaza des Callao. Auf großen Leinwänden wird eine Livesendung übertragen, die Statements zum Krieg und Bilder der Zerstörung und der Flüchtenden zeigt. Auf den elektronischen Werbetafeln der Stadt wird die Verbundenheit zur Ukraine bekundet. Und vor dem Rathaus wehen neben den spanischen die ukrainischen Flaggen.

An einem Tag besuchen wir den Prado. Eines der bekanntesten Bilder,  Las Meninas von Diego Velázquez, ist stets von einer Menschentraube umgeben. Auf breiten Fluren und in hohen Hallen wandeln wir sechs Stunden von Bild zu Bild. Besonders beeindruckt hat uns die Vielfalt der Bilder von Goya und seine moderne Malerei vor zweihundert Jahren. Eine neue Entdeckung ist für uns die spanischen Historienmalerei des 19. Jahrhunderts. Die Gemälde etwa von José Moreno Carbonero haben eine beachtliche Größe von über drei Metern Höhe und dadurch eine spezielle Präsenz.

Am Abend spazieren wir entlang des Flusses Manzanares. Hinter dem Madrid-Schriftzug blicken wir auf den Palast und die Kathedrale. Der Blick wird dann umwölbt von einem Regenbogen, der sich am Himmel zeigt. Schön. Ja, Madrid hat uns gut gefallen und wir werden bestimmt wiederkommen.

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