
Der kleine Inselstaat zwischen Sizilien und Nordafrika hat etwa die Größe von Bremen und auch fast die gleiche Einwohnerzahl. Umgeben vom Meer, spielt der Fischfang nur noch eine kleine wirtschaftliche Rolle. Daneben etwas Anbau von Orangen und Zitronen und natürlich der Tourismus – besonders in den warmen Monaten und jetzt über die Feiertage.
Typisch für Malta ist der gelbliche Kalkstein. Schon vor 7000 Jahren gab es erste Besiedlungen und wir sehen den Kalkstein bereits bei den Ausgrabungsstätten der Megalith-Tempel. Auch die Kirchenbauten sind aus dem gelblichen Stein, wie die Steine, die die Mauern um die Felder bilden. Die Wohnhäuser und Gassen schimmern goldgelb und am Abend leuchten die Stadtsilhouetten honiggelb.
Von der Antike bis ins Mittelalter war Mdina die Hauptstadt Maltas. Heute ist sie weitgehend verlassen und es leben nur noch 250 Menschen hier. Aber es kommen jeden Tag viele Tourist*innen, die in den kleinen Gassen und romantischen Innenhöfen eine fast autofreie Stadt genießen. Mdina dient, wie andere Orte der Insel, häufig als Filmkulisse. Außerhalb der Stadt errichteten die Bewohner*innen vom 3. bis zum 8. Jh. Katakomben, um ihre Toten zu bestatten. Heute kann man die weitläufigen unterirdischen Gänge besichtigen.
Die heutige Hauptstadt Valletta bildet mit ihren Nachbarorten das Zentrum von Malta, in dem etwa die Hälfte der Einwohner*innen lebt. Getrennt sind die Orte durch Buchten, in denen Jachten ankern. Jeder Ort ist durch mächtige Befestigungsmauern umgeben, um die einst vom Meer kommenden Eroberer abzuhalten. Typisch für die Bebauung Maltas sind die engen Straßen und Gassen mit Reihenhäusern und deren hölzernen Erkern. Dabei fällt immer wieder Leerstand auf und Häuser, die verfallen. Die Treppen verdeutlichen, wie hügelig die Orte sind.
Es gibt viel Tourismus auf Malta und die Restaurants und Gassen sind gut besucht. Doch der Andrang führt auch zu immer neuen Bauten und Hotelanlagen entlang der Küsten. Hier gleicht Malta den Hotspots von Mallorca und den Kanaren. Zwischen den Neubauten gibt es manchmal bemerkenswerte Architektur, wie das Wohn- und Bürohaus der Zaha-Hadid-Gruppe. Hier soll es Apartments für 2,5 Millionen Euro geben, die dann aber auch die Staatsbürgerschaft einschließen – interessant für reiche Russen, Araber und Chinesen, die damit einen direkten Zugang zur EU erhalten. Ein Problem, wie die wohl weitverbreiteten „Briefkastenfirmen“ auf der Insel.
Zwischen 3800 und 2500 v.Chr. schufen die ersten Siedler*innen auf Malta und Gozo große Tempelanlagen aus Kalkstein. Sie sind älter als die Pyramiden und gehören damit zu den ältesten freistehenden Strukturen der Welt. Warum diese Kultur um 2500 v.Chr. endete und was mit den Menschen geschah, ist nicht geklärt. Heute kann man die Ausgrabungen, die mit großen Zeltplanen überspannt sind, besichtigen. Kleinere Funde aus den Tempelanlagen sind im Archäologischen Museum von Valletta zu sehen.
Und es gibt einige Kunstorte zu besichtigen. In der St.-Johns-Kathedrale von Valletta findet neben dem Altar besonders Caravaggios Gemälde von der Enthauptung Johannes’ Beachtung. Das erst im letzten Jahr eröffnete MICAS (Malta International Contemporary Arts Space) zeigt eine Ausstellung von Milton Avery. Im Großmeisterpalast sehen wir eine Ausstellung mit Radierungen von Goya zum Thema Desaster des Krieges.